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Vorwort

Das Schützenwesen hat in Tagmersheim bereits eine lange Tradition. So wird schon am 05. April 1907 im Nördlinger Anzeigeblatt berichtet: »... So hat sich erst kürzlich in aller Stille der Zimmerstutzenbund Riesgau gebildet, was im Interesse des Zimmerstutzenschießens sehr zu begrüßen ist. Bis jetzt gehören dem Bund folgende Vereine an: Tell Nördlingen, Bavaria Wallerstein, Bürgerschützen Monheim, Burschenschützen Monheim, Schützengesellschaft Alerheim, Schützengesellschaft Möttingen, Schützengesellschaft Hainsfarth und die Schützengesellschaften Tagmersheim I und Tagmersheim II.«
Früher gab es in jeder der vier Gastwirtschaften (Pfister, Neumeyer, Mayr und Schmiedwirt) einen Schützenverein. Leider sind aber keinerlei Unterlagen über diese Vereine mehr vorhanden. So soll es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg einen Schützenverein Hubertus gegeben haben. Der Schützenverein Einigkeit (Gasthaus Pfister) bestand noch bis in die siebziger Jahre, wenn auch kein Vereinsleben mehr stattfand. Den Verantwortlichen wurde mehrmals angeboten sich mit den Hubertus-Schützen zusammen zu schließen, leider kam es aber zu keiner Einigung.

Die Vereinsgründung

Am 14. Januar 1951 um 20.00 Uhr trafen sich folgende Männer und Burschen im Gasthaus Mayr (heute Ringhut) um einen Schützenverein zu gründen:

Josef Bauer
Franz Ringhut
Willi Huber
Anton Mayr
Ludwig Mayr
Josef Mayr Nr. 72
Josef Kaiser
Leonhard Koch
Leonhard Walter
Josef Katzer
Georg Deschler
Josef Mayr Nr. 102
Hans-Josef Fruntke

Der Verein soll den Namen »Hubertus« tragen. Als 1. Vorstand wurde Josef Bauer gewählt. 2. Vorstand wurde Josef Mayr, Schriftführer Franz Ringhut und Kassier Josef Fruntke. Die Aufnahmegebühr wurde auf 1,00 DM und der Monatsbeitrag auf 0,30 DM festgelegt. Alle Mitglieder haben sich bereit erklärt, jedem Schießen beizuwohnen.

Gründungsmitglieder, die 2001 noch im Verein waren
v.l.: Leonhard Walter, Josef Kaiser, Leonhard Koch, Josef Mayr, Franz Ringhut

Die ersten Jahre

In der Vereinsgaststätte wurde ein kleiner Kasten in die Wand eingebaut, einige Spanplatten an die Decke gehängt und man hatte einen Schießstand. Bei Waffen Krieger in Donauwörth erwarb man eine Walther Büchse sowie 200 Scheiben und 1000 Kugeln für insgesamt 79,65 DM. Da jedoch noch kein Geld in der Vereinskasse war, wurde die, für damalige Verhältnisse hohe Summe von Franz Ringhut und von Josef Bauer ausgelegt und in fünf Raten abbezahlt. Somit konnte bereits am 20. Januar 1951 der Schießbetrieb aufgenommen werden. Es wurden wöchentliche Übungsschießen sowie verschiedene Preisschießen und Kegelschießen durchgeführt. So konnte man im November 1951 auch noch eine Weihrauch Büchse für 175 DM erwerben.
Die erste Jahreshauptversammlung fand am 25. Dezember 1951 statt. Damals wurde die Vorstandschaft jährlich neu gewählt. 1. Vorstand wurde Josef Bauer, 2. Vorstand und Schriftführer Franz Ringhut und Kassier Josef Beringer. Der Kassenbestand betrug 28,44 DM. Wer unentschuldigt dreimal vom Schießen fern blieb sollte vom Verein ausgeschlossen werden. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 20 Pf pro Monat reduziert.
Die nächsten Jahre waren geprägt von großen finanziellen Sorgen. Zur Generalversammlung kamen nur wenige Mitglieder und niemand wollte einen Posten mit Verantwortung übernehmen. Nur dem unermüdlichen Einsatz des Vereinswirtes Franz Ringhut ist es zu verdanken, dass der Verein diese Krisen überstanden hat. In der Generalversammlung vom 15. Januar 1956 wurde der Beitritt zum Gauschützenbund besprochen. Leider ließ sich keiner vom Gau sehen und so blieb alles beim Alten.

Stammkrügelschießen 1952
v.l.: Ludwig Mayr, Leonhard Walter, Franz Ringhut, Josef Quaiser, Josef Beringer, Willi Huber

1957 beschloss man aber dann dem Gauschützenbund beizutreten. Der Verein zählte damals 27 Mitglieder. In diesem Jahr traten die Schützen bei einem Kameradschaftsschießen in Mühlheim sowie bei den Fahnenweihen in Mühlheim (Bild unten) und in Konstein erstmals außerhalb des Ortes in Erscheinung.

Schützenfest in Mühlheim 1957
In der ersten Reihe v.l.: Josef Parzefall, Leonhard Walter, Willi Huber

Anlässlich des 10jährigen Bestehens wurden während der Generalversammlung am 4. März 1961 an die Gründer des Vereins Urkunden verliehen. Anschließend gab es pro Mitglied 2 Liter Freibier, das von der Brauerei Stepperg gestiftet wurde. Der Verein hatte inzwischen 40 Mitglieder und der Kassenbestand war auf 205,94 DM angewachsen.

Als sich Vereinswirt Franz Ringhut 1962 entschloss seine Gaststätte zu vergrößern, wurde auch ein neuer Schießstand mit zwei handbetriebenen Scheibenzügen eingebaut. Dieser musste vor jedem Schießen aufgebaut und mit Spanplatten vom Gastraum abgetrennt werden. Jeder war stolz einen, für damalige Verhältnisse, modernen Schießstand zu haben.

Im Herbst 1964 ließ man eine Schützenkette aus alten Silbermünzen, die Gründungsmitglied Josef Bauer im Ort gesammelt hatte, anfertigen. Jeder Schützenkönig soll eine weitere Münze spenden, mit der die Kette dann erweitert wird. Erster Schützenkönig der Vereinsgeschichte wurde Franz Ringhut.

In der Generalversammlung vom 2. März 1969 wurde einstimmig beschlossen die Vorstandschaft nicht mehr jährlich sondern in Zukunft für drei Jahre zu wählen. Der Verein hatte inzwischen 60 Mitglieder

Das 25-jährige Jubiläum

Nach ausgiebiger Diskussion beschloss die Vorstandschaft das 25jährige Gründungsfest mit einer Fahnenweihe zu verbinden. Die Schirmherrschaft übernahm Ernst Graf von Moy und als Patenverein konnten die Altschützen 1885 Rögling gewonnen werden.

Ehrung von Gründungsmitgliedern
v.l.: Anton Scheidhammer, Renate Mayr, Franz Ringhut, Willi Huber, Josef Bauer

Der Sommer 1976 war von einer ungewöhnlichen Dürre gekennzeichnet. Vom 10. Juni bis zum 20. Juli hatte es nicht geregnet. Doch von da an regnete es jeden Tag. Und so regnete es auch am 24. Juli 1976, dem Tag an dem das Fest begann. In der Festhalle, dem Moy’schen Bierkeller, erfolgte der Bieranstich durch den 1. Bürgermeister Jakob Köpf. Der 1. Schützenmeister Anton Scheidhammer konnte in der bis zum letzten Platz gefüllten Festhalle viele Ehrengäste begrüßen. Wegen seiner großen Verdienste für den Verein ernannte Scheidhammer das Gründungsmitglied und den langjährigen Schützenmeister Josef Bauer zum Ehrenmitglied.

Am Sonntag, den 25. Juli 1976, machten sich 20 Schützen um 7.00 Uhr zusammen mit der Festkapelle auf den Weg durch das Dorf zum Weckruf. Dunkle Wolken bedeckten den Himmel, aber es regnete nicht. Deshalb entschied der Schützenmeister, dass der Festgottesdienst nicht in der Kirche sondern auf dem Dorfplatz abgehalten werden soll. Als sich dann um 9.30 Uhr die Ehrengäste, die Vereine, die Musikkapelle und die Bevölkerung in großer Zahl zum Festgottesdienst versammelten, brachen die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken. Hochw. Herr Pfarrer Max Stengel zelebrierte den Festgottesdienst und nahm die Weihe der neuen Vereinsfahne vor. Mit der Totenehrung endete der Gottesdienst. Die Festkapelle spielte ein Trauerlied übertönt von drei Böllerschüssen.

Festgottesdienst mit Fahnenweihe auf dem Dorfplatz
durch H.H. Pfarrer Max Stengel

Gegen 14.00 Uhr formierte sich entlang des Ottinger Rings rund um den Dorfplatz der Festzug. Er bestand aus 21 Schützenvereinen, sechs örtlichen Vereinen und drei Musikkapellen, insgesamt circa 600 Personen. Das Wetter war herrlich, die Sonne schien vom fast wolkenlosen Himmel. Hunderte von Zuschauern säumten die Straßen und bestaunten den farbenprächtigen Umzug. Vom Hügel im Dorfplatz donnerten Böllerschüsse. So nahm der Festzug seinen Weg vorbei an geschmückten Häusern und flatternden Fahnen zurück zur Festhalle.

Der Besucherandrang war so groß, dass man im Hofraum der Festhalle noch weitere Tische und Bänke aufstellte, um jedem einen Sitzplatz anbieten zu können. Abends begann es wieder zu regnen, das Fest wurde davon aber nicht mehr beeinträchtigt, da inzwischen alle Besucher in der Festhalle einen Platz gefunden hatten. So ging um Mitternacht ein Fest zu Ende, das allen Beteiligten noch lange in guter Erinnerung bleiben wird

Jubelverein beim 25jährigen Gründungsfest 1976
v.l. stehend: Georg Degmayr, Anton Oswald, Hermann Koch, Benno Englhard, Leonhard Walter, Thomas Koch, Johann Mayr, Georg Litzl, Helmut Ruff, Erich Loderer, Fritz Tischinger, Konrad Neumayer, Edmund Steib, Helmut Mayr v.l. sitzend: Andreas Braun, Felix Köpf, Gauschützenmeister Röder, Gaukassier Hübner, Anton Scheidhammer, Schützenkönig Werner Kätzlmeier, Willi Huber, Franz Ringhut v.l. Festdamen: Renate Poisel, Gertrud Koch, Sylvia Richter, Hermine Riedl, Renate Mayr, Edith Mayr v.l. Kinder: Michaela Steib, Anton Scheidhammer, Alexandra Köpf

Ein neuer Schießstand

Im Laufe der Jahre wurde der Schießstand wieder zu klein, der Verein war inzwischen auf über 100 Mitglieder angewachsen. Außerdem war es unverantwortlich in einer Gaststube, in der sich auch andere Gäste neben den Schützen aufhielten, mit Luftgewehren zu hantieren. Deshalb stellte sich wieder einmal die Frage wie es weitergehen sollte. Die Vorstandschaft beriet in vielen Sitzungen welche Möglichkeiten zum Bau eines neuen Schießstandes vorhanden waren. Zuerst favorisierte man den Ausbau der Mehrzweckräume im Freibad. Dann zog man zeitweise auch den Bau eines Vereinsheimes in Betracht. Nach langen Verhandlungen mit dem Vereinswirt Franz Ringhut stellte dieser schließlich seinen inzwischen leerstehenden Kuhstall zur Verfügung und übernahm sogar noch die Rohbaukosten. Mit Hilfe vieler Freiwilliger errichtete man einen schönen Schießstand mit 4 Zügen, der den neuen Ansprüchen gerecht wurde.

Im November 1980 war es dann soweit, das erste Übungsschießen auf der neuen Schießanlage konnte durchgeführt werden. In einer festlichen Feierstunde weihte H. H. Pfarrer Roland Wittmann die neue Schießstätte am 17. Juni 1981 ein (Bild unten). Aufgrund seiner herausragenden Verdienste für den Verein wurde Franz Ringhut zum Ehrenmitglied ernannt. Anschließend schoß man die von Helmut Ruff gegebene Eröffnungsscheibe heraus

Einweihung des neuen Schießstandes

Die Eintragung ins Vereinsregister

Vom Schützengau wurde die Vorstandschaft schon mehrmals auf die Vorteile der Eintragung des Schützenvereins in das Vereinsregister hingewiesen. Besonders die Haftung des Vorstandes mit dem Privatvermögen bedeute ein unkalkulierbares Risiko. Aus diesem Grunde stand die Eintragung ins Vereinsregister auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung vom 18. Januar 1981. Der 1. Schützenmeister wurde einstimmig beauftragt, die Eintragung zu veranlassen. Die notwendige Satzungsänderung wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 17. Juni 1981 beschlossen. Am 15. Oktober 1981 wurde der Schützenverein Hubertus Tagmersheim e.V. schließlich in das Vereinsregister eingetragen.

Die Böllerkanone

Beim Lesen einer Zeitungsmeldung vom 8. Mai 1989 über eine niederbayrische Familie, die Böllerkanonen baut, erinnerte sich unser Schützenkamerad Felix Köpf, dass auch die Gemeinde Tagmersheim im Besitz einer alten Böllerkanone war. Der Gedanke die alte Tradition des Böllerschießens wiederzubeleben ließ ihn nicht mehr los. So machte er sich auf die Suche und wurde schließlich in einer Lagerhalle der Gemeinde fündig. Leider befand sich die Kanone in einem denkbar schlechten Zustand. Nicht nur dass die Metallteile bereits stark rosteten, die Holzräder waren morsch und es fehlte auch der komplette Verschluß sowie das Zubehör wie Kartuschen.
Felix Köpf ließ sich aber nicht entmutigen und fuhr nach Pocking um die Familie ausfindig zu machen. Dort informierte er sich über die Möglichkeiten und Voraussetzungen die Kanone wieder in einen funktionsfähigen Zustand zu bringen.

Bevor mit der Restaurierung begonnen werden konnte mussten natürlich die Besitzverhältnisse geklärt werden. Deshalb wurde am 4. November 1989 bei der Gemeinde Tagmersheim die Überlassung der Böllerkanone beantragt. Am 9. Juli 1990 beschloss der Gemeinderat, die Kanone unter verschiedenen Auflagen zu überlassen. So bleibt die Kanone im Eigentum der Gemeinde, dem Schützenverein wurde die Überlassung und alleinige Benutzung zugesichert, solange der Verein besteht.

Somit war der Weg für die Restaurierung der Kanone geebnet. Felix Köpf, Andreas Braun, Edmund Steib und Günther Raupach machten sich an die Arbeit. Die Kanone musste vollständig entrostet und lackiert, der fehlende Verschluss in Handarbeit rekonstruiert, die Holzräder neu gebunden und das fehlende Zubehör besorgt werden. Die Überprüfung durch das Beschußamt wurde durchgeführt, sowie die notwendigen Genehmigungen eingeholt und die Ausbildung zum Schussmeister absolviert. Nach über 100 Stunden Arbeitszeit und 2300 gefahrenen km erklangen die ersten Böllerschüsse. Seither wird alljährlich am Volkstrauertag, bei Beerdigungen sowie bei besonderen Anlässen geschossen.

Die Böllerkanone nach der Restaurierung

40 Jahre Schützenverein Hubertus

In seiner Sitzung vom 7. September 1990 beschloß der Ausschuß, ein 40jähriges Gründungsfest durchzuführen. Weitere fünf Sitzungen waren notwendig um alle organisatorischen Fragen zu klären. Am 20. April 1991 war es dann soweit. Mitglieder des Schützenvereins, deren Angehörige und die Ehrengäste trafen sich in der Vereinsgaststätte Ringhut. Angeführt vom Schützenkönig Josef Heckel und der Vereinsfahne zogen sie zur Kirche. Den Gottesdienst zelebrierte H.H. Pfarrer Roland Wittmann und die Mörnsheimer Sangesbrüder sangen die Bauernmesse in bayerischer Mundart.

Beim anschließenden Festakt im Vereinslokal begrüßte der 1. Schützenmeister die Ehrenmitglieder Josef Bauer und Franz Ringhut, die Gründungsmitglieder, die Ehrengäste sowie alle anderen Anwesenden. Nach Grußworten von Frau Bürgermeisterin Centa Büttner, Gauschützenmeister Erich Müller und Guy Graf von Moy lud der Verein zum Essen. Gründungsmitglied und langjähriger Schützenmeister Leonhard Walter gab in seiner Vereinschronik einen Überblick über 40 Jahre Vereinsgeschichte.

Die Gründungsmitglieder erhielten eine Ehrenurkunde sowie verschiedene Ehrungen durch den Schützengau Donau-Ries.

Bei zünftiger Musik und in netter Geselligkeit ging auch dieses Fest langsam seinem Ende zu.

Vorbereitungen zum 50-jährigen Jubiläum

In der Jahreshauptversammlung vom 31. Januar 1999 wurde Schützenmeister Hermann Koch beauftragt für das im Jahr 2001 anstehende 50jährige Gründungsjubiläum einen Festausschuss zu bilden. Dieser sollte sich aus dem Vereinsausschuss sowie vier weiteren Vereinsmitgliedern zusammensetzen. Am 04. Juni 1999 konnte das neu gebildete Gremium zur ersten Sitzung zusammentreten. Zuerst wurde der Termin, Umfang und Verlauf festgelegt. Guy Graf von Moy erklärte sich bereit die Schirmherrschaft für die Festlichkeiten zu übernehmen. Unser ehemaliger Vorstand Benno Englhard stellte ohne zu zögern seine Maschinenhalle als Festhalle zur Verfügung. Auf der Suche nach anmutigen Festdamen wurde man schnell im Verein fündig. Außerdem entschloss man sich eine neue Vereinstracht anzuschaffen.

Auf die Frage nach dem Patenverein wurden verschiedene Vorschläge eingereicht, man einigte sich dann aber mit großer Mehrheit auf die Altschützen 1885 Rögling. Übernahm dieser Verein doch bereits beim 25-jährigen Jubiläum die Patenschaft. Auf die entsprechende Anfrage in Rögling sagten diese ohne Zögern zu. Bei mehreren Treffen von Abordnungen beider Vereine wurden noch verschiedene Details geklärt und die Vorbereitungen zum traditionellen Patenbitten getroffen.

Das Patenbitten

Am 12. Mai 2001 machten sich die Mitglieder des Schützenvereins Hubertus Tagmersheim auf den Weg nach Rögling um die Altschützen offiziell um die Übernahme der Patenschaft für das 50jährige Vereinsjubiläum zu bitten. Sie wurden am Nadlerbrunnen von den Röglingern empfangen und in Begleitung der Trachtenkapelle Rögling zum Schützenheim geführt. Nach dem Salutschuss der Röglinger Böllerschützen trug Tagmersheims 1. Schützenmeister sein Anliegen vor. So leicht ließen sich die Altschützen aber nicht zur Übernahme der Patenschaft bewegen. Deshalb versuchte Hermann Koch mit der Zugabe von 100 Litern Bier die Entscheidung zu erleichtern. Obwohl die Qualität des Bieres bei den Röglingern großen Anklang fand, waren sie mit der Menge noch nicht zufrieden. So erhöhten die Tagmersheimer Schützen ihr Angebot auf 150 Liter. Dies hielten die Altschützen dann für ausreichend, bemängelten aber, dass der Durst gestillt werden könne aber auch der Hunger sehr groß sei. Deshalb blieb den Hubertus-Schützen nichts anderes übrig als auch noch eine Brotzeit bestehend aus Leberkäs, Kartoffelsalat und Spitzle »vom Kanzler sein Ferienbäcker« draufzulegen.

Patenbitten in Rögling
von links: Gerhard Bittl, Josef Heckel, Hermann Koch, Wolfgang Ringhut, Hubert Reile, Alfred Schiller und Franz Mayer

Auf einem Baumstamm kniend verliehen die Vertreter der Tagmersheimer Schützen mit folgenden Worten ihrer Bitte noch mehr Ausdruck: »Ihr allerliebst Röglinger Schützenschaft übernehmt gnädigst die ehrwürdige Patenschaft«.

Dies schien die Altschützen Rögling nun endgültig zu erweichen und sie sagten zu, die Patenschaft zu übernehmen. Zur Stärkung für das Fest reichten sie eine Blitzbärensuppe, die von Hexen nach einem uralten Geheimrezept zubereitetet wurde, sowie einen Schnaps aus der Blitzbärwurz.

Nach diesem Ritual luden sie alle Anwesenden ins Schützenheim zu Bier und Brotzeit ein. Der Abend verlief noch äußerst harmonisch und die bereits kameradschaftliche Beziehung zwischen den Vereinen wurde noch weiter vertieft.

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